Satellitensystem Iridium
Beschreibung: Das von Motorola Inc. realisierte Iridium-Projekt ist das erste Satelliten-Mobilkommunikationssystem.
Es ist im September 1998 in den Regelbetrieb gegangen und wurde am 18.März 2000 eingestellt.
Die 66 schnell umlaufenden LEO-Satelliten umkreisen die Erde in 765 km Höhe auf sechs kreisförmigen Umlaufbahnen in ca. 1,7 Stunden, was einer Geschwindigkeit von 27.000 Stundenkilometern entspricht. Alle sechs Umlaufbahnen kreuzen sich über den Polen. Auf jeder Umlaufbahn befinden sich elf Satelliten im gleichen Abstand voneinander. Jeder Satellit leuchtet in einem zellularen Konzept die Erdoberfläche mit Spot-Beams aus. Bis zu 48 Spot-Beams kann jeder Satellit abstrahlen. Das bedeutet, daß die gesamte Erdoberfläche mit maximal 3.168 Funkzellen ausgestrahlt werden kann.
Die Satelliten arbeiten mit verschiedenen Kommunikationsverbindungen untereinander, aber im Besonderen mit mobilen und stationären Empfangseinrichtungen auf der Erde. Neben der Verbindung zwischen Mobilstationen und Satelliten sind zu nennen die Verbindungen zwischen Satelliten und stationären Gateway-Stationen, die Verbindung zwischen zwei hintereinander fliegenden Satelliten, die Verbinung zwischen zwei nebeneinander liegenden Satelliten und die Verbindung zwischen Satelliten und Kontrollstation.
Da sich die Satelliten über den Benutzer hinwegbewegen, bewegen sich auch die Funkzellen über den Benutzer hinweg. Kann eine Funkzelle den Benutzer nicht mehr versorgen, wird durch das zellulare Spot-Beam-Konzept die Übertragung in Form eines Handover an die nächste Funkzelle des gleichen Satelliten weitergereicht. Erst wenn alle Funkzellen eines Satelliten den Benutzer nicht mehr erreichen können, erfolgt ein Handover über den Intersattelite Link (ISL) zum nachfolgenden Satelliten. Die ISL-Verbindung zum nachfolgenden Satelliten wird auch bei der Kommunikation zwischen zwei Endteilnehmern benutzt, die sich nicht im gleichen Ausleuchtungsbereich eines Satelliten befinden.
Das Iridium-System erlaubt die Mobilkommunikation an und zu jedem Punkt der Erde. Das dafür vorgesehene Frequenzband für die Nutzsignale liegt zwischen 1610 MHz und 1626,5 MHz. Die Modulation der Funkschnittstelle zwischen Handy und Satellit ist QPSK mit FDMA/TDMA.
Die Kommunikation zwischen den Satelliten und über die Satelliten-Gateways hin zu den Bodenstationen erfolgt im Ka-Band im Frequenzbereich zwischen 18 GHz und 30 GHz. Zwölf Bodenstationen sorgen für die Anbindung an terrestrische Netze, Festnetze und Mobilfunknetze. Durch den Einsatz von LEO-Satelliten beträgt die Verzögerungszeit, die im wesentlichen durch die Signallaufzeiten von den mobilen Datenendgeräten hin zu den Satelliten und zurück zur Erde geprägt ist, nur 180 ms.
In dem Iridium-Netz wird eine ortsunabhängige persönliche Rufnummer für den Benutzer realisiert. Das Netz soll bis zu 12 Millionen Nutzer umfassen können, wobei ein Satellit bis zu 1000 Gespräche gleichzeitig vermitteln kann. Es bildet damit die Vorstufe des globalen PCN (Personal Communication Network).
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